2.7.2015 : Hvala lepa, Slavko Avsenik

In Erinnerung an den Erfinder des Oberkrainer-Sounds

Slowenien. Die Musikwelt trauert um Slavko Avsenik, der am 2.7.2015 im Alter von 85 Jahren einer schweren, kurzen Krankheit erlegen ist.  Slowenien hat seinen großen Sohn verloren.

Am Dienstag, den 7.7. wurde Slavko Avsenik im Rahmen eines Staatsbegräbnisses in seinem Heimatdorf Begunje beigesetzt. "Heute trauert die ganze slowenische Welt. Gestorben ist der Dichter der slowenischen Seele", so Staatspräsident Borut Pahor bei seiner ergreifenden Trauerrede. Mit seinen Liedern habe Slavko Avsenik "den Knopf für das Glück erfunden“, sagte der Präsident und bezeichnete seine Melodien als „Kulturerbe Sloweniens, Europas und der ganzen Welt“. Die Trauerfeier wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen RTV Slovenia live übertragen. Nach der Zeremonie im Dorfzentrum fand die Beisetzung auf dem Dorffriedhof statt, wie es Slavkos letzter Wunsch war.

Tausende Fans, Freunde und Wegbegleiter auf der ganzen Welt verabschieden sich mit einem schlichten, aus tiefem Herzen kommenden „Hvala lepa“: Danke, Slavko Avsenik.

In seiner Musik wird er weiterleben, seine Kompositionen und der einzigartige Sound sind unsterblich. Eine große Freude bis zuletzt war es für Ihn, die Karriere von Enkel „Saso Avsenik und seinen Oberkrainern“ auf den Weg zu bringen. Seit dessen Debüt 2009 in der Eurovisionssendung Musikantenstadl war er als Autor und Mentor für die junge Gruppe tätig.

Das Lebenswerk von Slavko Avsenik ist nicht hoch genug zu würdigen. Der volkstümlichen Unterhaltungsmusik hat er durch den von Ihm und seinen Bruder Vilko kreierten Oberkrainer-Sound vor mehr als 60 Jahren eine frische Stilistik gegeben, hat sie nahezu revolutioniert.

Gemeinsam mit Bruder Vilko hat Slavko Avsenik Anfang der 50er Jahre einen neuen, einzigartigen Sound kreiert. Dem Künstler gelang es, in die bodenständige Musik seiner Heimat moderne Elemente einfließen zu lassen, wovon viele direkt aus dem Jazz übernommen wurden. Die typische Besetzung Akkordeon, Bariton oder Bass, Gitarre, Klarinette und Trompete ist stilbildend, der Sound aus dem Repertoire zahlreicher Musikgruppen nicht mehr wegzudenken. Bis heute beeinflusst diese Musik heranwachsende Musikergenerationen. ‚Oberkrainer‘ ist durch Slavko Avsenik zum zeitlosen Markenzeichen geworden.

Im Laufe der Karriere  verkauften „Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer“  über 36 Millionen Schallplatten, die Gruppe wurde mit 31 goldenen, Platin und einer Diamantenen Schallplatte (10 Mio verkaufte Schallplatten) in den verschiedenen Ländern Europas ausgezeichnet. Aus der Feder des Autodidakten Avsenik und seines Bruders Vilko stammen über 1000 Musikstücke.

Avseniks Titel ‚Trompetenecho‘, der größte Hit der ORIGINAL OBERKRAINER, eröffnete als Erkennungsmelodie 20 Jahre lang die Eurovisions-Sendung ‚Musikantenstadl‘ und zählt bis heute zum Standard Repertoire nahezu jeder volkstümlichen Formation.  Von der deutschen Urheberrechts-Gesellschaft GEMA wurde das ‚Trompetenecho‘ 2004 als das ‚meist aufgeführte Instrumentalstück des Jahrhunderts‘ ausgezeichnet.

Im ‚Guiness-Buch der Rekorde‘ wird Avsenik als ‚Head of the folk music‘ geführt und  gewürdigt.

Als erste volkstümliche Gruppe durften die „ORIGINAL OBERKRAINER“ in der Berliner Philharmonie auftreten– mit ausdrücklicher Erlaubnis des Hausherren Herbert von Karajan – was einmal mehr den künstlerischen Stellenwert und die Qualität der Musik unterstreicht.

Doch nicht nur musikalisch hob SLAVKO AVSENIK Grenzen auf. Seine neue Volksmusik aus Oberkrain baute Brücken über die politischen Systeme hinweg und verband Menschen miteinander, die durch Schlagbäume getrennt waren. Der erste musikalische Erfolg der ORIGINAL OBERKRAINER war grenzüberschreitend zu einer Zeit, als Landesgrenzen noch nahezu unüberwindlich waren.

SLAVKO AVSENIK und seine Musik haben in all den Jahrzehnten völkerverbindend als Wegweiser gewirkt. Die Musik und der Erfolg der Oberkrainer haben nicht zuletzt das Heimatland  SLOWENIEN, das bis 1991 zum kommunistischen Jugoslawien gehörte, bekannt gemacht. Begunje mit dem Veranstaltungszentrum Avsenik, dem angeschlossenen Oberkrainer-Museum und dem Geburtshaus von Slavko Avsenik zählt seit Jahrzehnten zu den ersten touristischen Zielen der kleinen Alpenrepublik am Fuße der Karawanken.

Auszug aus dem Lebenswerk von Slavko Avsenik

  • 31 GOLD-/PLATIN-/DIAMANT-SCHALLPLATTEN für über 36 MIO verkaufter Tonträger in 40 Ländern der Welt
  • Autor von über 1000 Kompositionen
  • GOLDENES MIKROPHON als „VOLKSMUSIKANT DES JAHRHUNDERTS“
  • GOLDENES GRAMMOPHON (Stiftung DT.GRAMMOPHON /Auszeichnung für besondere musikalische Verdienste)
  • 1975 Deutscher Schallplattenpreis (dt.Phono-Akademie / Prod. „Goldene Klänge aus Oberkrain“)
  • 1979 GOLDENE ROSE Österreich (meistgespielter Autor)
  • 1979 Aufnahme in „Who is Who - The people lexicon“
  • 1981 GOLDENER LÖWE RTL (Radio Luxemburg)
  • 1983 SILBERNER STERN der Teilrepublik Slowenien (Staatsauszeichnung für besondere Verdienste)
  • 1987 Eintrag im GUINESS BUCH DER REKORDE : „HEAD OF FOLK MUSIC“
  • 1990 HERMANN – LÖNS – MEDAILLE in PLATIN
  • 1990 VÖ Lehrbuch „Spielen wie Slavko Avsenik“
  • 1999 AUFTRITT VOR US-PRÄSIDENT Clinton
  • 1999 ORDEN DER FREIHHEIT der Republik Slowenien
  • 2003 VÖ Sonderbriefmarke der slow. Post
  • 2004 GEMA-Auszeichnung Titel Trompetenecho als „JAHRHUNDERTHIT“ (meistaufgeführtes Instrumental des Jahrhunderts) 
3 Generationen Avsenik: Enkel Saso, Slavko Avsenik, Sohn Gregor

26.11.1929 - 2.7.2015

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